Das Rathaus ist im bürgerlichen Stil der
Frührenaissance nach dem Plan des Architekten E. Beyer in Chemnitz
ausgeführt und wurde am 22. November 1904 geweiht.
Im Sommer 1907 erhielt es durch den Kunstmaler
Heidel in Dresden einen bleibenden Schmuck durch ein Wandgemälde,
das die Haupterwerbszweige von Oberlungwitz (Landwirtschaft,
Textilindustrie und Maschinenfabrikation) darstellt. Wandsprüche
wiesen darauf hin, welcher Geist im Rathaus herrschen sollte: |
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„Eid, Treu und Ehr, vergesset nimmer mehr.“
„Der Gemeinde Wohl, das oberste Gesetz.“
„Allen Leuten recht getan, ist die Kunst, die niemand kann.“
„Erst beginnen, dann gewinnen.“
„ Das sind Narren, die im Irrtum verharren,
das sind Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.“
„Deutsches Haus und deutsches Land,
schirm es Gott mit starker Hand.“ |
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Heute ist diese Wandmalerei nicht mehr zu sehen. Zu welchem
Zeitpunkt sie entfernt wurde, ist nicht mehr genau festzustellen,
wahrscheinlich aber in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die bunten
Bleiglasfenster enthielten die Wappen von Oberlungwitz, Sachsen und
Deutschland.
Im Laufe der Jahre wurde das Rathaus mehrfach umgebaut und
modernisiert. 1976 wurde die Stuckdecke mit einer abgehangenen Lamellendecke verkleidet und
der Fußboden mit Parkett belegt. Leider wurden bei dieser
Modernisierung auch die wertvollen bunten Bleiglasfenster entfernt.
In dieser Zeit wurde auch die Warmwasserheizung installiert. |
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Bei einer erneuten Renovierung Anfang der 90er
kam ein Wandgemälde zum Vorschein, entstanden schon kurz nach dem
Bau des Rathauses. Es zeigt das ehemalige Elektrizitätswerk und die
Dr.-Richter Villa auf der Werkstraße. Dieses Bild wurde von Malermeister Franke aus Grüna in mühevoller
Kleinarbeit restauriert und schmückt die Wand über der Eingangstür. |
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Drei Teile der bunten Bleiglasfenster, welche bei der Errichtung des
Rathauses 1904 eingebaut wurden, fanden sich auf dem Dachboden und
wurden wieder eingesetzt, während die fehlenden Fensterteile von der
Kunstglaserei Wolfgang Kämpfe aus Hohenstein-Ernstthal
originalgetreu nachgestaltet wurden. Dabei ist nicht der geringste
Unterschied zu erkennen. Die Fenster erstrahlen in altem Glanz. Sie
enthalten das alte Oberlungwitzer Wappen, das Sächsische und das
Schönburgische Wappen, sowie den alten Wandspruch: |
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„Eid, Treu und Ehr vergesset nimmer mehr.“ |
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Am Abend des 2. Novembers 1995 wurde der Oberlungwitzer Trausaal in
feierlicher und würdiger Form von Bürgermeister Steffen Schubert
seiner Bestimmung übergeben. |
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Der Wunsch des Bürgermeisters: |
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„Es mögen in diesem Raum gute Entscheidungen
getroffen werden.“ |
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